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Soziale Folgen

  • viele Misserfolge
  • schnell ausgegrenzt
  • wenig Kontakte
  • oft resultiert ein Teufelskreis
  • Sekundärfolgen

Da die Kinder es bei äußerster Konzentration manchmal doch zu etwas bringen, wird ihnen häufig vorgeworfen, dass sie ja könnten, wenn sie nur wollten. Eine andauernde Anstrengung auf diesem Niveau ist ihnen jedoch unmöglich. Die Folge ist, dass sie immer wieder einer mit ihren Leistungen unzufriedenen Umwelt ausgesetzt sind und bald beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Manche unter ihnen bemerken frühzeitig, dass sie anders sind, als ihre Altersgenossen, denen alles mühelos zu gelingen scheint.

Dazu kommt, dass sie immer wieder für ihr Verhalten gemaßregelt und auch vor den anderen bloßgestellt werden. Andere Kinder bemerken zudem schnell, dass es da einen Sündenbock gibt, auf den sich alles schieben lässt, oder den man nur geschickt provozieren muss, damit er explodiert. Reagiert das Kind dann wie erwartet, wird es sofort als Verursacher des Aufruhrs identifiziert. Teilweise sind die Kinder einem regelrechten Mobbing ausgesetzt.

Sie lernen schon im Kindergarten, dass sie weniger Lob als die anderen für ihre Zeichnungen und Bastelarbeiten bekommen, die sie meist flüchtig und ohne Sorgfalt und erledigen. Dadurch sind sie noch weniger motiviert, es noch mal zu versuchen und kennen sicherlich oftmals den Spruch: „Wenn Du es nicht kannst, dann lass es einfach“ oder flüchten von sich aus in eine Verweigerungshaltung, um ihre Defizite nicht offensichtlich zu machen.

Es gibt kaum jemanden, der freundlich zu ihnen ist, da sie eigentlich immer irgendwas angestellt haben und dafür getadelt werden oder ihrer Umwelt durch ihr Temperament auf die Nerven gehen. Da ein großer Teil unserer aller Verhalten auf Nachahmung beruht, nehmen sie auch in ihrer eigenen Sprache einen eher aggressiven Tonfall an.

Kinder mit ADHS können sich kaum verabreden, da sie wegen ihres Verhaltens von anderen Kindern und Eltern abgelehnt werden und so werden sie nur selten zu Kindergeburtstagen eingeladen. Alles dies verstärkt ihre Außenseiterrolle und so wird es niemanden wundern, dass die Kinder Verhaltensweisen entwickeln, um aus ihrer Sichtweise mit den Problemen fertig zu werden. Das reicht vom völligen Zurückziehen von der Umwelt inkl. frühem Selbstmord bis zu völligem Aufdrehen um auf sich aufmerksam zu machen (negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine, wenn man schon keine positive Aufmerksamkeit bekommt) oder erhöhter Aggressivität, womit die Umwelt dann völlig überfordert ist. Ein Teufelskreis beginnt.

Eltern, die meist schon sehr früh intuitiv wissen, dass „mit ihrem Kind etwas nicht stimmt“, werden meist einem großen Druck seitens der Umwelt ausgesetzt, sie sollten ihr Kind besser erziehen. Dabei wird aber oft vergessen, dass die Eltern von dem Verhalten des Kindes ebenso betroffen sind, wie alle anderen - mit dem Unterschied, dass sie sich dem kaum entziehen können, um mal eine Pause zu haben, denn auch die externe Betreuung gestaltet sich schwierig. Oft brechen die sozialen Kontakte der Eltern irgendwann ab, da niemand im Freundeskreis sich auf Dauer der Lebhaftigkeit des ADHS-Kindes aussetzen will oder es immer wieder Schwierigkeiten der Kinder untereinander gibt. Kontakte kommen nur noch mit ähnlichen gearteten Kindern oder durch Beschwerden anderer Eltern zustande und manchmal vergeht kein Tag, an dem niemand vor der Tür steht, um sich über das Kind zu beklagen. Die Eltern investieren viel Zeit und Kraft um sich für ihre Kinder zu rechtfertigen. Energie, die ihnen andererseits bei der Unterstützung ihrer Kinder fehlt.